Kfz-Versicherung: Wohnort beeinflusst die Versicherungsprämie – Regionalklassen werden neu eingestuft
Die Höhe der Beiträge zur Kfz-Versicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Fahrzeugtyp, der jährlichen Fahrleistung, dem Fahrerkreis und der individuellen Schadenhistorie spielt auch der Wohnort des Fahrzeughalters eine wichtige Rolle. Denn je nach Zulassungsbezirk unterscheiden sich die regionalen Schadenbilanzen teilweise erheblich. Diese Unterschiede werden in den sogenannten Regionalklassen berücksichtigt und können sich unmittelbar auf die Versicherungsprämie auswirken.
Wie groß die regionalen Unterschiede tatsächlich sind, zeigen die aktuellen Auswertungen für die 413 deutschen Zulassungsbezirke. Besonders günstig fällt die Schadenbilanz im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster aus. Dort liegen die registrierten Schäden rund ein Drittel unter dem bundesweiten Durchschnitt. Für Autofahrer in dieser Region ergibt sich daraus die günstigste Regionalklasse. Am anderen Ende der Skala steht Offenbach in Hessen: Hier wurden zuletzt rund 40 Prozent mehr Schäden als im bundesweiten Durchschnitt verzeichnet. Bereits im Vorjahr belegte die fünftgrößte Stadt Hessens den Spitzenplatz bei den Schadenbelastungen.
Auf Grundlage der aktuellen Schadenstatistik werden die Regionalklassen für das kommende Versicherungsjahr neu festgelegt. Die Veränderungen betreffen Millionen Fahrzeughalter in Deutschland. In der Kfz-Haftpflichtversicherung profitieren rund 5,2 Millionen Versicherungsnehmer von einer günstigeren Einstufung, während etwa 4,8 Millionen Autofahrer in eine höhere und damit potenziell ungünstigere Regionalklasse eingestuft werden. Auch im Bereich der Kaskoversicherung stehen Veränderungen an: Rund 4,8 Millionen Versicherte müssen mit einer neuen Einstufung rechnen. Dabei halten sich die Zahl der Gewinner und die der Verlierer nahezu die Waage.
Für Autofahrer lohnt es sich daher, die eigene Kfz-Versicherung regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Eine veränderte Regionalklasse kann sich auf den Beitrag auswirken, allerdings bedeutet eine günstigere Einstufung nicht automatisch, dass auch die Versicherungsprämie sinkt. Ebenso können individuelle Tarifmerkmale und allgemeine Beitragsanpassungen zu höheren Kosten führen. Umso wichtiger ist es, nicht ausschließlich auf den Preis zu achten, sondern auch den tatsächlichen Leistungsumfang zu vergleichen. Gerade bei der Kaskoversicherung können Unterschiede bei der Absicherung von Elementarschäden, grober Fahrlässigkeit, Tierkollisionen oder dem Umfang der Neupreis- und Kaufpreisentschädigung im Schadenfall entscheidend sein.
Wer einen günstigeren oder leistungsstärkeren Kfz-Versicherungstarif sucht, sollte die bevorstehende Wechselsaison nutzen. Bei vielen Kfz-Versicherungsverträgen endet die reguläre Kündigungsfrist am 30. November, sodass ein Wechsel zum Jahresende möglich ist. Vor einem Vertragswechsel empfiehlt sich jedoch ein genauer Vergleich der Versicherungsbedingungen. Ein vermeintlich günstiger Tarif kann sich im Schadenfall als weniger leistungsstark erweisen.
Bei Fragen stehen die Experten von Private Advice Versicherungsmakler gerne zur Verfügung.
