Pflegeneuordnungsgesetz: Warum private Pflegevorsorge immer wichtiger wird
Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen – und die damit verbundenen finanziellen Folgen werden häufig unterschätzt. Mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) möchte die schwarz-rote Koalition mehr Stabilität in die Finanzen der sozialen Pflegeversicherung bringen. Für Beitragszahler, Pflegebedürftige und deren Angehörige könnte dies jedoch zusätzliche finanzielle Belastungen bedeuten. So sollen Zuschläge für die Unterbringung im Pflegeheim künftig sechs Monate später gezahlt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Voraussetzungen für die Zuteilung eines Pflegegrades zu verschärfen. Auch pflegende Angehörige könnten künftig weniger Ausgleich bei den Rentenbeiträgen erhalten. Darüber hinaus soll die Beitragsbemessungsgrenze der sozialen Pflegeversicherung auf das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung angehoben werden. Für Kinderlose ist zudem eine zusätzliche finanzielle Belastung vorgesehen.
Diese Entwicklungen machen deutlich, dass die gesetzliche Pflegeversicherung die tatsächlichen Kosten einer Pflegebedürftigkeit nur teilweise abdeckt. Bereits heute können insbesondere bei einer stationären Pflege erhebliche Eigenanteile entstehen. Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek) mussten Pflegebedürftige im ersten Jahr einer Pflegeheimunterbringung im Durchschnitt rund 3.364 Euro monatlich aus eigener Tasche finanzieren. Für viele Familien stellt ein solcher Betrag eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Über mehrere Jahre können die Eigenanteile schnell einen sechsstelligen Betrag erreichen und damit nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch angespartes Vermögen belasten. Gleichzeitig steigt das Risiko einer Pflegebedürftigkeit aufgrund der demografischen Entwicklung und einer zunehmend alternden Gesellschaft.
Trotz dieser erheblichen finanziellen Risiken verfügen bislang nur rund fünf Prozent der Bevölkerung über eine private Pflegezusatzversicherung. Dabei kann eine private Pflegevorsorge ein wichtiger Baustein sein, um die finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit abzufedern und die eigene finanzielle Unabhängigkeit zu erhalten. Je nach Tarif und Leistungsumfang lässt sich bereits mit einem vergleichsweise überschaubaren monatlichen Beitrag zusätzlicher Versicherungsschutz aufbauen. Gerade für anspruchsvolle Privatkunden geht es dabei nicht ausschließlich darum, mögliche Pflegekosten zu finanzieren. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich im Pflegefall das eigene Vermögen schützen, die gewünschte Qualität der Versorgung sicherstellen und die finanzielle Belastung für die Familie reduzieren lässt.
Eine individuelle Pflegezusatzversicherung sollte deshalb möglichst frühzeitig geprüft werden. Denn Alter und Gesundheitszustand spielen bei der Beitragsberechnung und bei der Annahme durch den Versicherer eine wichtige Rolle. Wer sich rechtzeitig mit seiner Pflegevorsorge beschäftigt, kann verschiedene Absicherungsmöglichkeiten vergleichen und die gewünschte Versorgung gezielt in die persönliche Finanz- und Vermögensplanung integrieren. Die gesetzliche Pflegeversicherung bildet dabei die Basis, sollte jedoch nicht als vollständige Absicherung der tatsächlichen Pflegekosten verstanden werden. Eine individuell abgestimmte private Pflegezusatzversicherung kann dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen und im Pflegefall mehr finanzielle Freiheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Bei Fragen stehen die Experten von Private Advice Versicherugsmakler gerne zur Verfügung.
